Ehrlich abgemahnt?

Ein Verein mit dem schönen Namen „Ehrlich währt am längsten“ verschickt seit einigen Tagen Abmahnungen an ahnungslose Ebay-Kleinunternehmer, die es mit den gesetzlich vorgeschriebenen Widerrufsbelehrungen nicht so genau genommen haben.

Auch wenn solch unlauterer Wettbewerb nicht zulässig ist: Abmahnen darf deshalb trotzdem nicht jeder. Und dieser Verein darf es offenbar nicht.

Denn nach Recherchen handelt es sich um einen Verein aus der Schweiz, der in Deutschland eine Geschäftsstelle unterhält. Die Abmahnberechtigung des Vereins könnte sich nur aus dem „Gesetz über Unterlassungsklagen bei Verbraucherrechts- und anderen Verstößen (UklaG)“ ergeben.

Das Bundesverwaltungsamt führt eine Liste entsprechend nach dem UklaG berechtigter Organisationen und Vereine. „Ehrlich währt am längsten“ ist dort jedoch nicht aufgeführt.

Betroffene sollten deshalb nicht direkt erschrocken klein beigeben, sondern sich anwaltlich beraten lassen. Es empfiehlt sich, die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft zur Anzeige zu bringen, da hier der Verdacht des versuchten Betruges naheliegt.

Weitere Informationen dazu finden sich außerdem auf wortfilter.de.

4 Responses to Ehrlich abgemahnt?

  1. Pingback: ebay: Massiver Widerstand gegen Massenabmahnung auf Augs.blog

  2. Pingback: Netgeflüster - www.netgefluester.de - Weblog von Steffen Otte - » Blog Archiv » “Ehrlich währt am längsten” - Abmahnwelle bei eBay

  3. lizam sagt:

    Das ist ja interessant zu wissen, dass nicht jeder Abmahnen darf.
    Manchmal habe ich wirklich das Gefühl, es gibt abgesehen von dem Verein-Fall, Unternehmen, die es sich „zum Spass“ machen, abzumahnen.
    Vielleicht auch um sich ein „Zubrot“ zu verdienen.
    Mit solchen Äußerungen muss man natürlich vorsichtig sein, daher nenne ich hier keine Namen. Haben Sie schonmal dahingehend etwas von gehört?

  4. lizam sagt:

    Ich habe eine Frage:
    wieso muss eigentlich der durchschnittlich verständige, informierte Verbraucher, davon ausgehen, dass wenn er bei ebay Waren versteigert, plötzlich gewerblich handeln könnte.

    Die Grenze zwischen privat und gewerblich ist ja nicht klar definiert.
    Damit ein Ebay user auf der sicheren Seite steht, holt er sich am besten eine Rechtsberatung.
    Wer das nicht weiß hat oftmals Pech.
    Nur, ist es denn dem Ebay User eigentlich zumutbar, sich innerhalb der unübersichtlichen Informationsdichte der Ebay-Seiten darüber zu informieren?
    Oder anders gefragt: aufgrund der bisher gerichtlichen gefällten Entscheidungen:
    wieso wird es einem User zugemutet, sich auf x ebay seiten zu DER Information (quasi: Im Zweifel lieber Rechtsberatung) zu quälen…

    Ebay ist fein raus, die haben irgendwo daraufhin gewiesen, aber der User hat Pech ?!

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