ver.di: Im Sauseschritt zum Ausverkauf

Zum Thema „ver.di-Streik bei der Telekom“ erreichte mich folgender gelungener Gastbeitrag, dem m. E. nichts hinzuzufügen ist:

Willkommen im Schreckensszenario von ver.di! Wenn ver.di wieder irgendeinen ahnungslosen Techniker mit Sprechzettel vor die Kameras des heute-journals stellt, der dann Sätze stammeln darf wie “Ich weiß nicht, wie ich als Familienvater meine Familie mit 44,5 Prozent weniger in der Lohntüte ernähren soll”, dann werde ich echt fassungslos.

Bleiben wir doch mal bei den Fakten:

– 9 Prozent brutto weniger Gehalt, die Absenkung verteilt verteilt auf drei Jahre.

– 4 Stunden Arbeit mehr pro Woche auf ein marktübliches Niveau – Leute, wir reden hier dann von einer 38-Stunden-Woche.

– Erhöhung des variablen Anteils auf Basis der individuellen Leistung, das heißt, wer gut performt, hat auch mehr in der Tasche.

– Einstiegsgehälter bei 20 T€ p.a., wie ver.di sie auch schon bei der T-Mobile vereinbart hat.

Apropos Einstiegsgehälter – wer woanders mehr verdienen kann, kann sich doch gerne da bewerben.

Warum will die Telekom die Kosten senken? Hier für die ganz Schlichten:

– Hohe Kosten = hohe Preise -> Kunden laufen weg

– Niedrigere Preise bei hohen Kosten -> Macht der Regulierer nicht mit

– Also weiter hohe Preise -> Kunden laufen weg.

Die Telekom wird ausgründen, mit oder ohne ver.di. Und wenn der ganze Krempel dann verkauft ist, an Walter TeleMedien oder andere Call Center Betreiber und die Tarifverträge dann in der Tat 40 Prozent niedriger sind, dann können sich die Leute, die von ver.di so trefflich vertreten wurden, bei Lothar Schröder bedanken.

Der sitzt dann wahrscheinlich bei Oskar Lafontaine in seiner Saarbrücker Prachtvilla (Volksmund “Palast der sozialen Gerechtigkeit”) bei Spargel und Kalbsfilet und heckt aus, wie er seine nächste Wiederwahl als Bundesvorstand sichern kann. Vielleicht macht er dann die Deutsche Post platt.

Und wenn er dann seine Frau anruft, dass es wieder einmal später wird (Oskar: “Komm Lothar, noch ein Fläschchen Großes Gewächs”), dann macht er das wahrscheinlich über Arcor. Die sind ja billiger.

Herzlichen Glückwunsch!

(„ImmerRiesling!“, 11.05.2007)

 

5 Responses to ver.di: Im Sauseschritt zum Ausverkauf

  1. EinstillerBeobachter sagt:

    Zu beachten sei auch das viele Mitarbeiter vor allem Streiken weil sie wahrscheinlich in ca. 4 Jahren arbeitslos werden, darüber finde ich in diesem Bericht kein einziges Wort.
    Schlecht recherchiert? Oder mit Absicht weggelassen?

  2. justitiacolonia sagt:

    Mit dem Streik tragen sie gerade fleissig dazu bei, daß sie sogar noch viel früher arbeitslos werden.

  3. romanmoeller sagt:

    Gut recherchiert! Woher wusste er eigentlich die Leibspeise von Lafo?

    Aber mal Spaß beiseite: natürlich übersehen die Streiker, das sie damit ihre Arbeitsplätze gefährden. Aber warum streiken sie? Weil sie ihre Arbeitsplätze in Gefahr sehen. Logisch das mancher bei bevorstehender Ausgliederung in ein externes Call-Center Muffensausen bekommt. Bei aller Richtigkeit des Gesagten wird von Seiten der Telekom auch zuwenig auf die Ängste der Arbeitnehmer eingegangen.

  4. Wie sagte Harald Schmidt so treffend: „Es wird für Rene Obermann eine ganze große Herausforderung: Bei der Telekom wird gestreikt – aber wann merkt der Kunde das?“

    Zitat aus einem n-tv Interview: „Das Call Center ist schlecht erreichbar, DSL-Aufträge bleiben unbearbeitet liegen …“ – also: Business as usual bei der Telekom!😉

  5. Daniel sagt:

    Man sollte auch nicht vergessen, dass die (einige/viele) Mitarbeiter in die 34 Stundenwoche unter Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld eingewilligt haben, damit langfristig keine Arbeitsplätze verloren gehen.

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