Killer-Arnie

Arnold Schwarzenegger, ehemals schlechter Schauspieler, mittlerweile ebenso schlechter Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien, hat nach einem Bericht der „Los Angeles Times“ einen Plan vorgelegt, wie Hinrichtungen zum Tode Verurteilter „optimiert“ werden sollen.

Derzeit ist die Vollstreckung von Todesstrafen in Kalifornien ausgesetzt, seitdem im Februar 2006 U.S. Bezirksrichter (District Judge) Jeremy Fogel die Hinrichtung des kalifornischen Todeskandidaten Michael Morales gestoppt hat: Die im Golden State bis dahin angewandte Methode der Tötung durch Giftspritze stehe im Widerspruch zur Verfassung, die „grausame und außergewöhnliche Bestrafungen“ verbiete.

Die nun veröffentlichten Pläne halten zwar an der Giftspritze fest, allerdings soll die letale Dosis angepasst werden und das Gefängnispersonal dafür Sorge tragen, daß der Verurteilte vor dem Spritzen des schmerzhaften Gifts bereits bewußtlos ist.

Das neue Verfahren soll so, nach einem Statement der Schwarzenegger Administration, zu einem „dignified end of life“ der Todeskandidaten führen. Schwarzenegger selbst äußerte: „I am committed to doing whatever it takes to ensure that the lethal injection process is constitutional so the will of the people is upheld.“

Man kann es kaum glauben, daß dieser Mann in einer Gesellschaft aufgewachsen ist, die die Todesstrafe als das betrachtet, was sie ist: Ein Akt der Barbarei, der als solcher in allen EU-Ländern – und also selbstverständlich auch in Schwarzeneggers Geburtsland Österreich – geächtet ist.

Ein „dignified end of life“ (= würdevolles Lebensende) durch die Anwendung der Todesstrafe – das ist der ultimative Widerspruch. Denn die Menschenwürde verbietet es dem Staat, einem Menschen das Wertvollste, was er besitzt, sein Leben, zu nehmen.

Schwarzenegger mag sich auf dem Gebiet des Umweltschutzes einige Meriten erworben haben. Damit steht er unter den Gouverneuren der USA nicht allein. Sein Festhalten an der Todesstrafe und seine Bemühungen, sie nach ihrer Aussetzung in Kalifornien wieder anzuwenden, disqualifiziert ihn indes menschlich.

Denn:

„Wie kann ein Staat, der die gesamte Gesellschaft repräsentiert und die Aufgabe hat, die Gesellschaft zu schützen, sich selbst auf die gleiche Stufe stellen wie ein Mörder?“ (Kofi Annan, ehem. UNO-Generalsekretär am 20.12.2000)

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