Entmündigung 2.0

Wolfgang Schäuble hat dasselbe Ziel, aber er darf das nicht laut sagen: Der Google-CEO hat nun ganz offen eingeräumt, daß das Unternehmen möglichst viele persönliche Daten der Benutzer sammeln möchte, damit man den Nutzern eines Tages die Frage beantworten könne, welchen Job sie wählen und was sie am nächsten Tag tun sollen:

‚The goal is to enable Google users to be able to ask the question such as ‘What shall I do tomorrow?’ and ‘What job shall I take?‘

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg in diese Zukunft sei das neue iGoogle- Angebot, bei dem Nutzer über eine personalisierte Startseite dem Unternehmen allerlei persönliche Vorlieben verraten.

In diesen MySpace-Zeiten wird es auch genug User geben, die das Angebot totaler Selbstentblößung gerne annehmen und sich auf die goldene Zukunft freuen, in der man ihnen jegliches eigenständige Denken und Entscheidungen abnimmt. Im Osten dieses Landes machte das früher zwangsweise „die Partei“ (heute genannt: Die Linke) – in Zukunft lassen sich die Leute dann freiwillig von Google entmündigen.

Da fehlt dann eigentlich nur noch eine Schnittstelle zu den Datenbanken des Bundeskriminalamtes und des Verfassungsschutz, um Sicherheitspolitiker vom Schlage unseres aktuellen Bundesinnenministers jubeln zu lassen. Entsprechende Gesetzesvorschläge werden zu gegebener Zeit sicher nicht lange auf sich warten lassen.

Aber wir haben ja nichts zu verbergen. Schöne, neue Welt.

2 Responses to Entmündigung 2.0

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