Heuchel-TV

Jahrelang haben ARD und ZDF die „Tour de France“ als sportliches Großereignis verkauft und Dopingfälle als Verstöße Weniger mehr schlecht als recht unter „ferner liefen“ behandelt und beschönigt. Als ob irgend jemand ernsthaft glaubt, daß ein ehemaliger Hodenkrebs-Patient, nachdem er dem Sensenmann von der Schippe gesprungen ist, ein solches Rennen ohne pharmazeutische Hilfsmittel auch nur einmal, geschweige denn siebenmal in Folge gewinnen kann. Die Tour der France ist für mich schon seit vielen Jahren eine der verlogensten Sportveranstaltungen Shows, die ich kenne.

Nun bröckeln die üblichen Verteidigungsstrategien der Sportler Fahrer (Nichts wissen, nichts sagen) und es gilt das Motto „Flucht nach vorne!“ Es macht keinen Sinn, das zu bestreiten, was ohnehin bereits bewiesen ist, wenn man auch in Zukunft noch ein wenig Respekt und Werbeeinnahmen erwarten möchte. Ehrliche Reue dürfte die aktuellen Geständnisse kaum motiviert haben.

Aber auch die Heuchelei der Fernsehmedien geht weiter. Die FAZ schreibt dazu:

Wer sich bekennt, steht im Rampenlicht, nicht mehr als Held, sondern als Buhmann. Wenn man sieht, mit welcher Verve sich jetzt die Sender der Sache verschreiben; wie unbarmherzig Moderatoren, die zuvor den Pedaleuren zu Füßen lagen, nun von „Lüge“ sprechen; wie die einstige DDR-Schwimmerin Kristin Otto als Sportredakteurin in den ZDF-Nachrichten die Meldungen dazu verliest – dann kann einem schon richtig übel werden.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Wer den Bock zum Gärtner macht, darf sich nicht wundern, wenn man ihn nicht mehr ernst nimmt.

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