Ob es was kostet

Hallo mein Name ist X und ich wollte sie fragen ob es was kostet wenn ich ihnen eine E-mail schreibe und ihnen ein Problem dadrin erzähle und dann eine antwort von ihnen bekomme? Ich bitte um eine Antwort sehr vielen dank

Ich kenne niemanden, der gerne für lau arbeitet. Aber vielleicht sollte ich diese Frage einfach mal meinem Bäcker stellen: „Guten Morgen, ich wollte fragen, ob es etwas kostet, wenn ich Ihnen sage, daß ich Hunger habe und Sie mir dann eine große Tüte Brötchen geben.“

Der Bäcker dürfte mir die Brötchen sogar schenken. Denn § 49b Abs. 1 BRAO gilt nur für Anwälte:

„Es ist unzulässig, geringere Gebühren und Auslagen zu vereinbaren oder zu fordern, als das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz vorsieht, soweit dieses nichts anderes bestimmt. Im Einzelfall darf der Rechtsanwalt besonderen Umständen in der Person des Auftraggebers, insbesondere dessen Bedürftigkeit, Rechnung tragen durch Ermäßigung oder Erlaß von Gebühren oder Auslagen nach Erledigung des Auftrags.“

Die Beratung zum Nulltarif ist Anwälten also bereits berufsrechtlich untersagt. Und das ist gut so. Denn schließlich lebt ein Anwalt von seiner Arbeit – und haftet auch dafür. Ob der Verfasser der obigen E-Mail das bedacht hat?

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6 Responses to Ob es was kostet

  1. Dr.TS sagt:

    Ja, solche Dödels gibts auch diesseits wenigstens (!) zwei – oder dreimal die Woche.

    Immer wieder erstaunlich, welche Kapriolen „Geiz ist gail – Deutschland“ schlägt; derzeit nur in DE, aber es wird wohl auch in die CH überschlagen.

    Man muss sich ja fast noch entschuldigen, für zwei jur. Staatsexamen ansatzweise Kostendeckung zu verlangen.

    Beste Grüsse aus dem Oberland, TS

  2. Rossi sagt:

    Antwort:

    Es kostet natürlich nichts, wenn Sie mir die Email mit Ihrer Frage übersenden, ich diese lese, dass Problem erarbeite, die Antwort meiner kostenlos arbeitenden Sekretärin diktiere und dann Ihnen (zurück) übersende.

    Lediglich für die Abnutzung des PC`s muß ich Ihnen Gebühren in Höhe von Euro XXX (Erstberatung) berechnen.

    Menschen arbeiten gern kostenlos und müssen nicht entsprechend ihrer Leistung, Qualifikation und Haftung für die Antwort bezahlt werden. Die Technik ist leider unbestechlich.

  3. J. Waechter sagt:

    Die Arbeit eines anderen „umsonst“ zu erhoffen ist unrealistisch. Schließlich müssenb wir alle unsere Brötchen verdienen. Aber was ist, wenn der Anwalt überhöhte Kosten einfordert, weil er behauptet sehr sorgfältig zu arbeiten und somit für den Fall viel Arbeitskraft verbrauen wird und dann, nachdem er das Geld eingestrichen hatte, schlicht die Berufung platzen lässt?
    Der interessierte Leser kann das in http://www.hu-marburg.de“ links unter „Justiz“ Beitrag von 13.08.2007 „Der Mandant, ein Spielball zwischen Gerichten und Rechtsanwalt, nachlesen.
    Ich möcht mal den Gedanken einer „Rechtsanwaltsbewertungsdatenbank“ (wie es seit dem Köllner Urteil bei den Lehrern möglich ist) in den Raum werfen. Damit hätten die sorgfältig arbeitenden Rechtsanwälte eine gute Werbung und die Abzocker wurden zum Vorteil der ehrlichen vom Markt verdrängt.

  4. Dr.TS sagt:

    Salut, Herr Waechter,

    nein – das halte ich für wenig tunlich.

    Denn welcher RA ist nicht schon für verzapften Bockmist euphorisch vom Mdt. abgefeiert worden – und hat einige Tage später für engagierte, gelungene Arbeit noch nicht einmal ein Danke bekommen (geschweige denn eine halbwegs pünktliche Zahlung)?

    Bei allem gebotenen Respekt vor der Mandantschaft: Deren Beurteilungsvermögen trau ich nicht unbedingt und immer über den Weg. Und Abzocker oder §§-Irrige – das sprich sich m.E. schnell rum.

  5. J. Waechter sagt:

    Dr.Ts., gern würde ich den Namen des Abzockanwaltes (nach meinen Informationen hat es noch viele andere Biografien auf dem Gewissen) bekannt geben, nur bin ich zu feige, einen weiteren Prozess bezahlen zu müssen. Schließlich hätte der Richter in dem Verfahen (siehe oben: HU-Marburg) ja auch die Möglichkeit gehabt, gegen die Abzocke zu entscheiden. Ich könnte auch noch ein paar andere Anwälte nennen, die auf die eine oder andere Weise Geld einstreichen ohne verantwortungsvoll zu arbeiten. Dass ein Mandant auch mit dem besten Anwalt das Verfahren verlieren kann ist klar. Das würde ich nie einem Anwalt vorwerfen. Aber von Anwälten belogen zu werden ist doch eine herbe Erfahrung.
    Einzige Entschuldigung für die Anwälte: mehr als 140 000 Anwälte sind in Deutschland zugelassen. Die wollen alle leben und man kanns verstehen, sie wollen nach so viel Fleiß auch gut leben. Aber ich habe auch immer für Geld gearbeitet.

  6. Pingback: Schwaben « Heimspiel

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