Aus die Maus

Das Amtsgericht Brühl hatte darüber zu entscheiden, ob die Klägerin zu Recht gem. §§ 433, 437 Nr. 2, 440 BGB vom Kaufvertrag über eine Computermaus zurückgetreten ist. Denn nach Ihrem Vortrag war die Maus ohne Netzteil nicht aufzuladen und daher nicht zu gebrauchen. Ein solches Netzteil hatte ihr die Gegenseite aber nicht verkauft. Sie vertrat die Auffassung, daß die Maus auch über USB geladen werden könne.

Der vom Gericht mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragte Sachverständige sah das leider anders. Er kam zu dem Ergebnis, daß die Maus ohne Netzteil nicht geladen werden konnte.

Von der Beklagten geäußerte Zweifel, ob dem Sachverständigen auch die richtige Maus vorgelegen habe, teilte das Gericht nicht: „Außer dem für die Beklagte nicht befriedigenden Ergebnis des Gutachtens gibt es für einen Austausch der Maus keinerlei Anhaltspunkte.“

Die Klage war erfolgreich. Die Beklagte hat den Kaufpreis der Maus zu erstatten und trägt die Kosten des Rechtsstreits.

Streitwert: EUR 21,13
Sachverständigenkosten: EUR 800,00
Anwalts- und Verfahrenskosten: EUR 253,50

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4 Responses to Aus die Maus

  1. ulrich sagt:

    Das ist ja schon so skurril, dass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll.
    Zum einen, weil sich jemand auf einen Rechtstreit wegen zirka 20 Euro einlässt und zum anderen, dass sich ein deutsches Gericht sich auch noch auf sowas einlässt.

  2. schwartmann2 sagt:

    Das deutsche Gericht hatte gar keine Wahl: 20 EUR kann man genauso einklagen, wie 20.000 EUR.

  3. basti sagt:

    20 Euro hin oder her, ich finde es fast schon unmoralisch deswegen einen riesigen Verwaltungsapparat zu beschäftigen! Aber nun gut auch Rechtsanwälte wollen beschäftigt werden….
    Denkt denn auch nur einer an das Schiksal der armen Netzteillosen Maus? Was wird aus ihr? Kommt die jetzt in ein Heim für schwerladbare Mäuse? Sehen wir sie in zukunft auf einem Privaten Luxemburger Sender, wo sie aus Erziehungsmaßnahmen durch die Amerikanische Wüste gejagt wird?

  4. ulrich sagt:

    Ich dachte immer, die lehnen Fälle wegen Geringfügigkeit ab?

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