Big Brother Discount

Hat man da noch Worte?

Der Lebensmitteldiscounter Lidl ließ voriges Jahr systematisch die Beschäftigten in zahlreichen Filialen überwachen. Dem stern und stern.de liegen mehrere Hundert Seiten interner Lidl-Protokolle vor, in denen jeweils mit Tag und Uhrzeit notiert, wann und wie häufig Mitarbeiter auf die Toilette gehen, wer mit wem möglicherweise ein Liebesverhältnis hat, wer nach Ansicht der Überwacher unfähig ist oder einfach nur „introvertiert und naiv wirkt.“ Die meisten dieser Einsatzberichte stammen aus Lidl-Filialen in Niedersachsen, dazu kommen einzelne Abhörberichte aus Rheinland-Pfalz, Berlin und Schleswig-Holstein.

[…]

Lidl selbst bestreitet die Existenz der Protokolle gegenüber dem stern nicht, behauptet aber, sie „dienen nicht der Mitarbeiterüberwachung, sondern der Feststellung eventuellen Fehlverhaltens“, so Lidl-Sprecherin Petra Trabert. Auch von den detaillierten Protokollen aus der Privatsphäre der Beschäftigten distanziert sich das Unternehmen im Nachhinein und erklärt, die „Hinweise und Beobachtungen entsprechen weder im Umgangston noch in der Diktion unserem Verständnis vom Umgang miteinander.“

Auch die Bespitzelung einzelner Kunden über die in den Läden installierten Video-Kameras dürfte möglich sein. Selbstverständlich nur zur Feststellung ‚eventuellen Fehlverhaltens‘. Bei meinem nächsten Einkauf werde ich sicher mal nett in die Kameras winken.

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3 Responses to Big Brother Discount

  1. Dr.TS sagt:

    … jetzt kommen die Quäler auch ins schöne Oberland.

    Immerhin hatte allein die Ankündigung vor ca. 2 Jahren den Vorteil, dass die hiesigen Grossverteiler in Windeseile ca. 15 % preiswerter wurden, also massenhaft die Markenprodukte als no name verkauften etc.pp.

    Und damit in etwa auf deutschem Niveau (preislich) liegen – allerdings ist die „Mitarbeiterbehandlung“ weiterhin „auf der Insel“ – gut so.

    Der Gedanke, ein oder zwei kleine Kinder grosszuziehen und sich als Schlechtverdiener(-in) auch noch solchem Brimborium aussetzen zu müssen, tut einigermassen weh.

  2. Pingback: Schadensbegrenzung á la Lidl « Heimspiel

  3. Dr.TS sagt:

    Passt nicht ganz zum Thema, muss aber dennoch hier losgeworden werden (denn verschämter Köln-Konvertit meidet offensichlich einen Fussball-Semi-Blog):

    Den komischen helvetischen Provinzkickern (selbst mit Verstärkung durch massenhaft auftretende Secondos) wieder einmal nicht den Hauch einer Chance gelassen:

    4:0 fürs DFB-Team

    Merke:

    xxx Ach, Du armer Ottmar H. –
    das bringt noch Kummer nächstes Jahr xxx

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