Auch schon mal

Radfahrer sind zumeist sympathische und kluge Verkehrsteilnehmer. Die Ausnahmen bestätigen die Regel: Vor dem Amtsgericht Frankfurt am Main (Az.: 30 C 2377/07-20) versuchte sich ein Radfahrer mit einer besonders einfallsreichen aber dummen Ausrede vor der Verantwortlichkeit für einen Unfall zu drücken.

Was war geschehen?

Ein Autofahrer wollte nach dem Tanken die Tankstelle über die Ausfahrt wieder verlassen. Er drehte sich um, um den von hinten kommenden fließenden Verkehr im Auge zu behalten. Dabei übersah er den verkehrswidrig von vorne auf dem Bürgersteig entgegenkommenden Radfahrer. Bei dem sich dann ereignenden Zusammenstoß fiel der Radler vom Fahrrad und das Auto wurde beschädigt.  In dem folgenden Schadensersatzprozeß vertrat der der Radfahrer die interessante Auffassung,  der Autofahrer habe nicht richtig aufgepaßt. In Frankfurt sei es nämlich bekannt, daß sich Radfahrer nicht immer an die Verkehrsregeln hielten und auch schon mal den Bürgersteig entgegengesetzt befahren.

Nicht bekannt ist, ob der Radfahrer anwaltlich vertreten war. Nicht bekannt ist auch, ob die Lachmuskeln der Richterin bleibende Schäden davon getragen haben. Bekannt gemacht geworden ist nun aber das Urteil des Amtsgerichts: Die Amtsrichterin sprach dem klagenden Autofahrer  den Ersatz der kompletten Reparaturkosten zu. Auch wenn es «gerichtsbekannt ist, daß die Frankfurter Radfahrer in besonderem Maße unempfindlich gegen die geltenden Verkehrsregeln sind», könnten hieraus jedenfalls keine rechtlichen Folgen zulasten der übrigen Verkehrsteilnehmer abgeleitet werden.

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2 Responses to Auch schon mal

  1. Dr.TS sagt:

    Das Benützen eines Velos ist gut für die Gesundheit, die Lebensfreude und mindert das Übergewicht.

  2. TonyD sagt:

    Und recht hat der Radfahrer…

    Hätte er sich anwaltschaftlich vertreten lassen, hätte ein kluger Anwalt argumentieren können, dass es sich bei dem Radfahrer gegebenenfalls ja auch um ein Kind hätte handeln können.

    Dieses hätte den Gehweg benutzen dürfen und wäre dann sicherlich auch über den Haufen gefahren worden.
    Insofern hat der Autofahrer tatsächlich nicht aufgepasst und müsste der Hauptunfallverursacher sein. Der Radfahrer würde zwar ganz sicher eine Teilschuld bekommen, aber nicht den größten Anteil.

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