Die Rückkehr des Prinzen

Seit Christoph Daums Rückkehr ans Geißbockheim haben sich die Sehnsüchte und Wünsche der Fans des 1. FC Köln wohl nicht mehr so sehr auf eine einzige Person fokussiert, wie nun auf Lukas Podolski.

Prinz Poldi, der verlorene Sohn, der den Verein vor genau 2 Jahren in Richtung München verlassen hat und beim FC Bayern zum Reservisten degradiert wurde, während er im Dress der Nationalmannschaft immer wieder durch herausragende Leistungen überzeugen konnte, ist bei seinem derzeitigen Arbeitgeber dem Vernehmen nach sehr unglücklich.

„Natürlich bin ich unzufrieden, da ist es doch klar, dass ich mir Gedanken mache“, äußerte Poldi bereits im Januar dieses Jahres gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Und diese Unzufriedenheit dürfte sich in den vergangenen Wochen noch verstärkt haben. Denn während Spieler wie Franck Ribery und Luca Toni, die bei der gestern zu Ende gegangenen Europameisterschaft überwiegend durch Unfähigkeit auffielen, bei den Bayern als gesetzt gelten, wird Lukas Podolski auch in der nächsten Saison bei den Bayern wieder nur die Bank drücken müssen, wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erst vor wenigen Tagen unmißverständlich klarstellte.

Währenddessen ließ Podolski nach dem Sieg im Halbfinale über die Türken „Viva Colonia“ in der Kabine der deutschen Nationalmannschaft laufen und stürmte unmittelbar nach dem Spiel zu einigen Fans hin, weil die „wie Kölner aussahen“.

Offenbar ist man sich deshalb nun auch beim FC Bayern bewußt, daß man einen Spieler nicht gegen seinen Willen halten kann. Darauf deutet das heutige Interview mit Trainer Jürgen Klinsmann auf der Homepage des FC Bayern hin:

fcbayern.de: Wie beurteilen Sie die Leistungen „Ihrer“ Spieler vom FC Bayern?
Klinsmann: „Ich glaube, dass die Bayern-Spieler der Europameisterschaft mit ihren Stempel aufgedrückt haben. Schweinsteiger hat phasenweise sehr gut gespeilt, Philipp Lahm war der Linksverteidiger des Turniers. Marcell Jansen hat Aufs und Abs gehabt, Miro Klose hing durch die Konstellation, dass man auf ein 4-5-1 umgestellt hat, leider oftmals in der Luft, es war sehr schwer für ihn. Aber auch Hamit Altintop hat eine Bomben-Europameisterschaft gespielt. er hat die Türken mitgezogen, er wurde zum Leader dieser Mannschaft. Ich habe ihm auch gleich gratuliert, dass er wirklich stolz sein kann auf das, was er mit der Türkei erreicht hat.“

Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, daß dort ein Name nicht genannt wurde. Anscheinend sieht selbst Jürgen Klinsmann Lukas Podolski nicht mehr im Bayern-Trikot auflaufen.
Zeitgleich erklärt FC-Geschäftsführer Claus Horstmann im Kölner Express: „Wenn es eine Möglichkeit gibt, werden wir uns um Podolski bemühen und uns voll ins Zeug legen.“

Wenn selbst der als sachlich und zurückhaltend bekannte Claus Horstmann sich der Boulevard-Presse gegenüber schon so äußert, liegt die Vermutung nahe, daß sich die beteiligten Vereine bereits einig sind. Sobald der FCB einen Nachfolger für Lukas Podolskis Platz auf der Ersatzbank verpflichtet hat, könnte der Prinz in die kölsche Heimat zurückkehren.

Dazu passt auch die heutige Meldung im Münchener Merkur: „[….] zieht es Podolski nicht mit Macht ins Schwabenland. Lieber wäre ihm eine Rückkehr zum 1. FC Köln, vor dessen Homepage er jeden Tag eine lange Zeit verbringt.

Ganz Kölle würde Kopf stehen.

Update, 17:18 Uhr:

Auf der FCB-Homepage findet sich nun ein Protokoll von Klinsmanns erstem Arbeitstag bei den Bayern. Wir lesen: „18.50 Uhr: Zusammen mit Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Karl Hopfner ist Klinsmann am Münchner Flughafen. Persönlich nehmen sie die frisch gebackenen Vize-Europameister des FC Bayern (Klose, Schweinsteiger, Lahm, Jansen) in Empfang.

🙂

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