Arrogant

Um die Mittagszeit. Das Telefon klingelt.

Ich: „Rechtsanwalt Schwartmann, guten Tag.“
Sie „Ja, guten Tag, meine Name ist X, ich hab‘ da mal eine einfache Frage. Also, ich lebe von Hartz 4 und ich hab da einen Mietvertrag und …“
Ich: „Stopp. Ich kann Ihnen direkt sagen, dass ich keine kostenlose telefonische Rechtsberatung leiste.“
Sie: „Aber ich habe doch nur eine ganz einfache Frage!“
Ich: „Es rufen ständig Leute an, die nur ‚eine ganz einfache Frage‘ haben. Ich gebe keine kostenlose Beratung. Ich darf das gar nicht und außerdem kostet es meine Arbeitszeit.“
Sie: „… Aber dass Sie arrogant sind, wissen Sie?“ Legt auf.

Ich bin lieber arrogant, als 5-mal täglich Sozialamt zu spielen.

 

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10 Responses to Arrogant

  1. AlterEgo sagt:

    Kein Sekretariat sich leistend wohl auch😉

  2. schwartmann2 sagt:

    Falsch kombiniert.🙂

  3. RA Munzinger sagt:

    Wer wird denn auch mit seiner Arbeitskraft Geld verdienen wollen ?

  4. zwofix sagt:

    „Ich kümmere mich nur um die wirklich komplizierten Angelegenheiten, versuchen sie es bei einem meiner Kollegen…“

  5. Versuchen Sie es doch mit den Internet: Erstellen Sie eine kostenlose Frage – Antwort-Seite mir Verweisen auf andere kostenlose Angebote. Verweisen Sie den Anrufer auf das Internet. Sagen Sie nur – falls es ihnen nicht zu viel wird – dass Sie für nichts garantieren, dass es keine eindeutigen Antworten gibt.
    Das wäre kurz, aufrichtig, ohne arrogant zu wirken.

    Gibt es auf Ihren Internet-Seiten Ihnen keine Antworten, dann ist es eine komplizierte Frage und Sie können dem HartzIV-Empfänger ruhigen Gewissens sagen: Ich weiß es nicht, muss mich erst schlau machen.

    Geld verdienen mit dem einfachen Wissen und dem Anwaltsprivileg ist nicht arrogant, sondern gefährlich für die Gesellschaft. Die Schere wächst und damit die Gewaltbereitschaft.

    Wer vordergründig vom Geld spricht, versteht wenig vom Markt und dem wahren Geldverdienen.

    Möglicherweise haben Sie ihren eigenen finanziellen Frust an einem noch Schwächeren ausgelassen.

  6. RA JM sagt:

    @ Rolf Schälike: Kann ein(e) ALG-II-Empfänger(in)sich noch einen Internet-Zugang leisten?😉

  7. Pascal sagt:

    @ Rolf Schälike: „Geld verdienen mit dem einfachen Wissen und dem Anwaltsprivileg ist nicht arrogant, sondern gefährlich für die Gesellschaft“

    Ich weiß nicht, ob da der Anwalt der richtige Ansprechspartner ist. Dafür gibt es google oder die Infoseiten der Fernsehzeitungen oder die Verbraucherverbände oder spezielle Hartz IV-Beratungsstellen, die es in größeren Städten gibt.

    Und in Verbindung mit der Anwaltshaftung gibt es eigentlich keine einfache Fragen. Im Mietracht schon gar nicht😉

    Wie machen das eigentlich Banker?

    „Also, ich hab da mal ne einfache Frage: Ich hab so ca 25.000€ in der Teekanne im Küchenschrank. Haben Sie nicht schnell ne krisensichere Anlage mit einigermaßen Rendite??“

  8. Es geht immer darum: Hilfe zur Selbsthilfe.

    Dazu kann auch die kostenlose Rechtsberatung – in welcher Form auch immer – gehören.

    Möchte ein HarzIV-Emüpfänger schlawinern, d.h. das von anderen verlangen, zu dem er selbst nicht bereit ist – z.B. kostenlose Ratschläge erteilen und seine Efahrugnen anderen kostenlos übermitteln – dann war die Reaktion vom Blogbetreibers angemessen.

    Das Ganze ist aber krank in unserer Gesellschaf, dass alles seinen Geldwert haben muss.

    Das zieht sich durch vom HarzIV-Empfänger bis zum Anwalt, welcher für die einfachsten Kenntnisse Geld verlangt, und das Unwissen anderer vermüntzt.

  9. schwartmann2 sagt:

    Kostenlose Rechtsberatung gibt es nicht. Sie kostet auf jeden Fall und immer Zeit. Die Zeit des Anwaltes, der diese Zeit ansonsten anders verwenden würde.

    Wenn man täglich bis zu fünf mal aus einer Arbeit gerissen wird (Schriftsatz fertigen, Recherchen etc.), nur um dann zu hören, dass der Anrufer ja „nur mal eben eine Frage“ hat, deren kostenlose Beantwortung er erwartet, dann reicht es irgendwann. Ich bin nicht das Sozialamt und ich habe nichts zu verschenken – erst recht nicht meine Arbeitsleistung und mein Wissen, für das ich 5 Jahre studiert und 2 Jahre Referendariat geleistet habe. Ich bekomme auch nichts geschenkt – obwohl ich bei dieser Gelegenheit gerne auf meinen Amazon-Wunschzettel hinweisen darf.😉

    Wenn es sich um „einfachste Kenntnisse“ handelt, dann ist Professor Google der richtige Ansprechpartner, aber nicht ich, wenn man mich dafür nicht bezahlen will. Auch für einfachste Kenntnisse habe ich die Uni besucht.

    Ich gehe auch nicht zum Bäcker und bitte ihn um „ein einfaches Brötchen“, ohne das passende Kleingeld bereit zu halten. Von Anwälten wird das erwartet. Das ist dreist und unverschämt und wenn ich ob meiner Reaktion arrogant erscheine, sei es drum.

    Ausnahmen gibt es bei bekannten Mandanten, die auch einmal eine mandatsfremde Frage stellen können – aber nicht bei Schnorrern, die meinen, ein Anwalt würde aus Altruismus arbeiten.

  10. gaspody sagt:

    Es ist aber auch wirklich dreist einfach mal nen Anwalt anzurufen wenn man zu faul ist, im Inet nach der Antwort zu suchen. Eieiei.

    „Bäckerei Miller?“
    „Guten Tag, mein Name ist X, ich hätte da mal eine Frage, ich möchte einen Apfelkuchen backen und muss ich da zwei oder drei Eier reintun?“

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