Ich flattr nicht

Im Law Blog des Kollegen Vetter bin ich heute über den unter einem Artikel plazierten Flattr-Button gestolpert. Neugierig geworden bin ich dann im gleichen Blog auf einen Beitrag vom 20.05.2010 gestoßen, in dem Vetter die Idee dahinter erklärt: Über Flattr können sich Homepage- und Blogbeitreiber von ihren Lesern für ihre Artikel bezahlen lassen. Dazu muss sich der Nutzer zunächst bei Flattr registrieren kann und kann dann – über Paypal – ein monatliches Budget festlegen und als Guthaben einzahlen. Mit jedem Klick auf einen Flattr-Button wird das Guthaben dann aufgebraucht und am Ende des Monats an die Empfänger der Klicks verteilt. So weit, so gut.

Für mich kommt dieser Dienst aber aus mehreren Gründen nicht in Frage:

Ich blogge, weil es mir Spaß macht, und nicht weil ich damit Geld verdienen möchte.

Ich blogge auch nicht, um meinen Lesern, wie Vetter a.a.O. schreibt, die Möglichkeit zu geben „Aufmerksamkeit” in Form kleiner Zahlungen zu verteilen. Für „Aufmerksamkeit“ gibt es schließlich die Kommentarfunktion.

Ich möchte also meinen Lesern für meine aus Lust und Laune entstandenen Blog-Artikel keinen Cent aus der Tasche leiern, auch wenn sich die Zahlungen im Cent-Bereich bewegen und freiwillig sind. Allein der Gedanke ist für mich entscheidend.

Darüber hinaus setzt die Flattr-Nutzung (derzeit) die Verwendung des Bezahlsystems von Paypal voraus. Paypal lehne ich ob seiner unseriösen Geschäftspraktiken entschieden ab. Ein Bezahldienst, der sich entsprechend seinen AGB das Recht herausnimmt, mein Guthaben bis zu 180 Tage zu sperren und einen Einbehalt als „Reserve“ zu bilden, der nicht ausgezahlt wird, verstößt m.E. nicht nur gegen die guten Sitten, sondern auch gegen geltendes Recht. Dazu gibt es nicht nur im Netz zahlreiche interessante Beiträge, auch die Anfragen verzweifelter Mandanten, denen Paypal mal eben unter Verweis auf seine AGB einen fünfstelligen Betrag nicht auszahlt, sprechen eine deutliche Sprache. Und nicht jeder davon hat die finanziellen Mittel, einen längeren Rechtsstreit, der dann schon mal mit einem Anerkenntnisurteil enden mag, durchzustehen.

Wen das alles nicht stört, mag gerne dem neuen Flattr-Trend folgen und damit auch Paypal unterstützen.

Ich hingegen flickr und ich twitter zwar. Aber flattrn werde ich nicht.

4 Responses to Ich flattr nicht

  1. Ma sagt:

    Kleine Korrektur: Inzwischen ist auch die Einzahlung über Moneybookers möglich. Gebühren fallen dennoch an.
    Ich mag die Idee, mich stört allerdings dass bei jeder Transaktion 10% an Flattr gehen. Das muss nicht sein, ist immerhin „nur ein Datenbankzugriff“. Ich hätte gerne ein System, bei dem man nur bei Ein- und Auszahlungen bezahlt, und dort ggf. sogar erst ab einem gewissen Umsatz – das würde die kleine Blogosphäre stärken, und größeren Anbietern nicht wehtun.

  2. Holger Hugo sagt:

    Ich kann Ihnen diesbezüglich nur beipflichten!

  3. RA JM sagt:

    Und ich halte sowohl Flickr als auch Twitter als auch Flattr (als auch Facebook etc. pp.) für sehr gut verzichtbar.

    Meine Bankverbindung teile ich auf Anfrage natürlich gerne mit.😉

  4. TK1 sagt:

    @Ma:
    Wo ist der Unterschied, ob man bei jeder Transaktion 10% zahlt oder beim Einzahlen auf die Gesamtsumme? Oder wird mehrmals hin und her überwiesen?

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