Fader Beigeschmack

Der Kölner Stadtanzeiger berichtet über den Auftritt Monika Lierhaus‘ bei der Verleihung der Goldenen Kamera und bemängelt:

Zwei Jahre lang hat Monica Lierhaus mit aller Macht verhindert, dass über sie und ihre Krankheit berichtet wird. Die Anwälte der Sportmoderatorin unterstützten dies durch wiederholte Androhungen von Bußgeldern. Nachrichtensperre – als ginge es um eine Spitzenpolitiker oder den Papst.

Und nun wählt Lierhaus ausgerechnet eine Live-Fernsehsendung, um sich wieder in der Öffentlichkeit zu zeigen. Wohlwollend beurteilt könnte dies als selbstbestimmte Flucht nach vorn interpretiert werden. Doch es bleibt der fade Beigeschmack einer wohlüberlegten medialen Inszenierung in Zusammenarbeit mit dem Axel-Springer-Verlag, dessen „Hörzu“ die „Goldene Kamera“ verleiht und dessen „Bild“-Zeitung sie parallel zum Exklusiv-Gespräch vorließ.

Natürlich handelte es sich bei dieser Veranstaltung der Springer-Presse um eine mit Rundfunkgebühren bezahlte mediale Inszenierung für die Leser der BLÖD-Zeitung. Was auch sonst? Das kann und muss man kritisieren.

Aber war da nicht noch etwas? Hat nicht die Lierhaus im vergangenen Jahr gegen die Hamburger Morgenpost ein empfindliches Schmerzensgeld erstritten? Und gehört diese Zeitung nicht zum gleichen Verlagshaus, wie der Kölner Stadtanzeiger?

Da liest man den Artikel des KStA doch gleich mit anderen Augen. Soviel zum Thema „fader Beigeschmack“.

4 Responses to Fader Beigeschmack

  1. verteidiger sagt:

    Und dann noch dieser Heiratsantrag. Hatte der arme Mann eine echte Alternative?

  2. Fernseher sagt:

    Da wird gnadenlos jeder noch so private Moment eiskalt medial in Szene gesetzt. Das war für sie die perfekte Plattform. Da steckt ein ausgeklügelter PR-Comeback-Plan dahinter.
    Heute aus der Presse:“…Lierhaus wird als Nachfolgerin von Frank Elstner Botschafterin der ARD-Fernsehlotterie…“
    Noch Fragen???

  3. Gerd sagt:

    Auf jeden Fall hat sie nun einen schönen Versorgungsposten. Wer zahlt den eigentlich, wir alle oder nur die ARD-Lotterieloskäufer?

  4. Pascal sagt:

    Naja, wenn man bedenkt, dass ungefähr zeitgleich auf Bild.de eine größere Hintergrundstory veröffentlich wurde…Dann ist das ein Mediencoup, den man aber auch so nennen darf.

    Auch wenns vorher eine Auseinandersetzung der Parteien gab.

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