Unverschämt

Heute morgen vor dem Amtsgericht Köln, ein „früher erster Termin“.

Die Parteien streiten um eine Werklohnforderung.

Der unterbevollmächtigte Klägervertreter erklärt, der sachbearbeitende Kollege habe auf die am 07.03. eingegangene Klageerwiderung vom 14.02. noch nicht antworten können, da er vom 04. bis 14.03. in Urlaub gewesen sei. Er beantrage daher Schriftsatznachlass und außerdem sei ja auch die Klageerwiderung verspätet gewesen, was er nun rüge.

Die Richterin: „Schriftsatznachlass auf die Klageerwiderung vom 14.02. wird nicht gewährt. Termin zur Verkündung einer Entscheidung: 12.05.2011“.

Der gegnerische Kollege ist entrüstet: „Verstehe ich Sie richtig? Der Urlaub des Anwaltes ist also kein Grund für einen Schriftsatznachlass?“

Die Richterin: „Die Verhandlung ist geschlossen.“

Der Kollege fand das völlig unmöglich, die Richterin rügte daraufhin sein „gesamtes Auftreten hier“ als „unverschämt.“ Es folgte ein hitziger Wortwechsel, auf dessen Wiedergabe hier verzichtet werden soll.

Der Streitwert lag übrigens unter 600 EUR, aber der Termin hat sich trotzdem gelohnt: Beste Unterhaltung und Rechtsfortbildung wurden geboten.

Berufung ausgeschlossen.

 

 

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