Post von Michael Sertsöz

Die GWE Wirtschaftsinformations GmbH, die das Portal “gewerbeauskunft-zentrale.de” betreibt, bedient sich seit einiger Zeit der Dienste des Kölner Kollegen Michael Sertsöz, der sich zuvor bereits einen Namen als Strafverteidiger in Islamistenprozessen gemacht hat. Begründeter und fundierter werden die Forderungen der GEW dadurch jedoch nicht.

Die Schreiben des Kollegen zeichnen sich zunächst dadurch aus, dass sie eine der GWE angezeigte anwaltliche Vertretung des angeblichen Vertragspartners ignorieren. Anstatt also den anwaltlich Bevollmächtigten, wie das Berufsrecht dies vorsieht, anzuschreiben, tritt die Kanzlei Sertsöz regelmäßig an die Betroffenen unmittelbar heran und fordert sie auf, die vermeintlich bestehenden Forderungen zu erfüllen. Dieses Vorgehen ist bereits Gegenstand zahlreicher Beschwerden über den Kollegen bei der Rechtsanwaltskammer Köln.

Mag sich der Kollege vielleicht noch darauf zurückziehen können, dass er zuvor von seiner Auftraggeberin nicht über eine anwaltliche Vertretung der in Anspruch genommenen Adressaten seiner Schreiben informiert worden ist, muss er sich jedenfalls den Vorwurf gefallen lassen, dass er lediglich als Legitimation für eine vermeintlich seriöse juristische Argumentation herhalten soll, die sich bei näherer Betrachtung jedoch weiterhin nur als heiße Luft entpuppt. So stützt auch der Kollege sich zur Einschüchterung der Empfänger seiner Schreiben auf das Urteil des LG Düsseldorf vom 31.07.2013 (23 S3 16/12). In dieser Einzelfallentscheidung hat das Landgericht Düsseldorf festgestellt, dass zwischen der GWE Wirtschaftsinformation GmbH und dem Beklagten ein wirksames Vertragsverhältnis bestand. Nicht mehr, und nicht weniger.

Dieses Urteil wird nun von der GWE und ihrem Anwalt gebetsmühlenartig zur Begründung der geltend gemachten Forderungen herangezogen. Das Urteil des LG Düsseldorf sagt jedoch rein gar nichts über eine etwaige Zahlungspflicht aus. Weder wird durch das Urteil festgestellt, dass der dortige Beklagte eine Zahlung schuldete, noch lässt sich daraus erst recht keine Aussage über eine etwaige Zahlungspflicht anderer möglicher Vertragspartner herleiten. In dem Urteil des LG Düsseldorf ging es ausschließlich um die Frage, ob ein Vertragsverhältnis bestand. Dies das Gericht bejaht. Ob aus diesem Vertrag aber eine Forderung abgeleitet werden konnte, oder ob eine solche z.B. wegen einer überraschenden Klausel gerade nicht bestand, wurde vom LG Düsseldorf nicht entschieden, da dies nicht Streitgegenstand war. Dies hat die GWE auch gar nicht entscheiden lassen, denn eine Forderung war in diesem Rechtsstreit nicht eingeklagt.

Das von der GWE und ihrem Rechtsanwalt herangezogene Urteil des LG Düsseldorf sagt also nur Eines aus: dass nämlich zwischen dem in diesem Verfahren Beklagten und der GWG ein Vertrag abgeschlossen wurde. Die Entscheidung des LG Düsseldorf sagt aber nichts darüber aus, ob gegen meine Mandanten, die nun Post von Rechtsanwalt Sertsöz erhalten haben, eine Forderung zugunsten der GWE besteht und meine Mandanten die geltend gemachten Beträge schulden. Das tun sie nämlich nicht.

Und des wegen bleiben, nach einer ersten Antwort, auch alle weiteren Textbaustein-Schreiben des Kollegen hier unbeantwortet. Auch dieses. Denn wer nichts schuldet, muss auch keinen Vergleich abschließen.

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5 Responses to Post von Michael Sertsöz

  1. Leonard sagt:

    Sie antworten dem Kollegen noch? Bringt doch nichts und führt nur zu dem Risiko, dass eine Verjährung wegen Verhandlungen gehemmt ist. Mein letzter verbliebender GWE Geschädigter hat mit mir vereinbart, dass die Schreiben nur noch hier überflogen und abgeheftet werden. Der Kollege hat von mir nur eine klare Zurückweisung seiner Forderung bekommen. Für alles andere ist mir meine Zeit, die meiner Mitarbeiter(innen) und die meines Mandanten zu Schade.

    • Genau dies habe ich geschrieben: Der Kollege bekommt EINE Antwort, mit der der Anspruch zurückgewiesen wird. Danach antworte ich natürlich nicht mehr.

  2. Ich vertrete seit Anfang 2013 vier Mandanten aus München gegen die GWE und habe viele Male außergerichtlich mit dieser und deren früheren Anwaltskanzleien korrespondiert. RA Sertsöz hat dennoch auch meine Mandanten direkt angeschrieben. Ich habe deshalb Ende September Beschwerde zur RA Kammer Köln erhoben.

    • RA M. Stenger sagt:

      Die RA-Kammer Köln hat mir mitgeteilt, dass die Angelegenheit mit ca. 300 weiteren Eingaben an die Generalstaatsanwaltschaft in Köln abgegeben wurde und dort die Ermittlungen laufen würden.

  3. c vater sagt:

    MMS Kanzleih habe gleich Anzeige gegen der GWE und diesen M.Sertsöz eingereicht.Staatsanwaltschaft Düsseldorf Abteilung Wirtschaftskrimminalität Fritz Roeber 2

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