Schmähkritik durch einen Buchstaben und drei Punkte

Die Parteien stritten über einen eBay-Kauf. Im Zuge der Auseinandersetzung gab der Käufer eine negative Bewertung ab, die der Verkäufer wie folgt beantwortete: “Vorsicht der A… wollte nach der Auktion 20,00 € mehr rausleiern”.

Der Käufer fühlte sich dadurch in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt und verklagte den Verkäufer u.a. auf Unterlassung der Bezeichnung als “A…”.

Dem gab das Amtsgericht Hersbruck statt:

“Der Kläger ist von der angegriffenen Äußerung in eigenen Rechten betroffen. Die Bezeichnung als “A…” ist geeignet, den Kläger in seinem Achtungsanspruch herabzusetzen und stellt eine unangemessene Schmähkritik dar. Nach allgemeinem Verständnis wird jeder unbefangene Leser der Bewertung diese Abkürzung als Verwendung des betreffenden Schimpfwortes verstehen. Die von der Beklagten zitierten alternativen Interpretationsmöglichkeiten erscheinen fernliegend und würden allgemein dieser Abkürzung nicht zugeordnet werden.”

AG Hersbruck, Urteil vom 14.04.2015 – 3 C 390/14

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