Hemmungslose deutsche Abmahner: AG Köln weist Klage von G&G Media Foto-Film GmbH ab

Das Amtsgericht Köln musste sich unlängst mit einer Klage der G&G Media Foto-Film GmbH wegen vermeintlicher Urheberrechtsverletzung durch Filesharing auseinandersetzen. Dem Beklagten wurde vorgeworfen, die Pornofilme „Junge Mädchen – das erste Mal anal“, „Hemmungslose deutsche Hausfrauen“ und „Versaute Jungmösen brauchen das Geld“ unerlaubt in einem Peer-to-Peer-Netzwerk zum kostenlosen Download angeboten zu haben. Hemmungslos Klage hatte Rechtsanwalt Rechtsanwalt Yussof Sarwari aus Hamburg eingereicht – für den Beklagten war es das erste Mal.

Mit der Klage wurde Schadensersatz in Höhe von 1.200 EUR geltend gemacht, außerdem sollte der Beklagte außergerichtliche Anwaltskosten von 281,30 EUR zahlen.

Der Beklagte war allerdings nicht versaut, sondern brauchte das Geld. Also verteidigte er sich gegen die Klage und bestritt die Rechtsverletzungen.

Das Gericht wies die Klage als unbegründet ab und stützte sich dabei auf die Rechtsprechung des BGH und des AG Köln:

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Amtsgericht Köln, Urteil vom 02.05.2016 – 137 C 450/15

2 Responses to Hemmungslose deutsche Abmahner: AG Köln weist Klage von G&G Media Foto-Film GmbH ab

  1. Danke für die immer so interessanten Einblicke. Erhellend und sensibilisierend.

  2. Werniman sagt:

    In Sachen Auslegung des Bearshareurteils sind einige Abmahner ziemlich „kreativ“. Anders gesagt: sie lügen,daß sich die Balken biegen und werden von so manchem Richter (insbesondere denen am Weißwurstäquator) dabei auch noch unterstützt. Dabei ist das BGH-Urteil doch nun wirklich nicht so schwer zu verstehen,als daß man da soviel falsch interpretieren kann,oder ?

    Die Vernehmung irgendwelcher „Ermittlungszeugen“ ist in der Regel ziemlich sinnlos,da bis zum Prozess oft Jahre vergehen und es dadurch unglaubwürdig wird,daß dieser sich tatsächlich noch an einzelne Ermittlungen *erinnern* kann und nicht nur aus irgendwelchen Akten zitiert.In denen zudem garantiert keine Unregelmäßigkeiten festgehalten sind.
    Auch ist unglaubwürdig,daß der selbe „Zeuge“ von manchen Klägern für jedes Verfahren und jeden Ermittlungszeiraum genannt wird. Wenn solche Herrschaften wie ein Ben Perino (Möchtegern-Schauspieler und Chef von Guardaley) in der Lage sind, rund um die Uhr die Ermittlungen zu überwachen oder gar selbst durchzuführen,würde ich ihnen einen Arzt empfehlen,denn Schlafmangel ist auf Dauer ungesund.

    Ebenso fragwürdig sind die „Gutachten“;mit denen die Abmahner herumwedeln. Denn getreu dem Motto „Wessen Brot ich ess,dessen Lied ich sing!“ sind solche Privatgutachten prinzipbedingt schon nicht als neutral einzustufen. Wieviel davon zu halten ist, hat beispielsweise Guardaley-Gutachter Vogler indirekt zugegeben,als er schrieb,daß das Gutachten in „enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber“ entstanden sei. Nun,welche „enge Zusammenarbeit“ kann es denn bei der Erstellung so eines Gutachtens geben ? Da liegt doch der Verdacht mehr als Nahe,daß dem Mann „mundgerechte“ Stücke vorgeworfen wurden,d.h. Dateifragmente,mit denen er garantiert zu einem bestimmten Ergebnis kommen *muss*. Diese Angst vor unabhängigen Gutachten bestätigt sich ja gelegentlich,wenn mal wieder ein Gericht ein Gutachten anordnet und Abmahner dies durch Nichtzahlung des Kostenvorschusses zu vereiteln wissen.

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